Ortsgruppe Ravensburg-Weingarten

Haubentaucher zur Brutzeit: Uferbereiche besser nicht betreten

BUND appelliert an Spaziergänger*innen sich umsichtig zu verhalten. Wasservögel brüten jetzt und ziehen ihre Jungen auf.

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Jetzt sind wahrscheinlich die meisten Haubentaucher-Küken bereits geschlüpft. Sie werden von ihren Eltern in schwimmenden Nestern aus Pflanzenteilen wie Blättern, Süßgras und Schilf großgezogen. Auch andere Wasservögel wie Eisvogel, Tafelente und Drosselrohrsänger sind durch Störungen des Menschen gefährdet. Dieser Wochen brüten sie in ihren Nestern oder ziehen ihre Jungen groß. Der BUND appelliert daher an Spaziergänger und Wassersportlerinnen sich zurückzuziehen und umsichtig zu verhalten. Hunde sollten in der Nähe von Gewässern an die Leine genommen werden.

Gerade jetzt im Frühjahr in Pandemiezeiten möchten mehr Menschen Natur erleben. Vor allem Gewässer wie Seen und Flüsse ziehen viele Menschen an. An und für sich ist das gut: Denn das Interesse für die Natur schützt die Tier- und Pflanzenarten. Doch wenn der Mensch in die Lebensräume von Wildtieren vordringt, fühlen diese sich gestört. Brütende Elterntiere verlassen dann ihr Nest und hinterlassen die Eier. Sobald die Eier auskühlen, entwickelt sich der Nachwuchs in den Eiern nicht weiter und stirbt, wenn der brütende Elternteil nicht innerhalb kurzer Zeit zurückkehrt.

Der BUND appelliert daher an Spaziergänger und Natur-Entdeckerinnen auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben, insbesondere in Naturschutzgebieten. Tiere – wie der Haubentaucher, Drosselrohrsänger oder der Eisvogel – sind lärmempfindlicher als Menschen, verhalten Sie sich daher ruhig. Auch Wassersportler*innen sollten sich Ufer nur an den Ein- und Ausstiegen nähern. Verhalten Sie sich umsichtig und gehen Sie auf Abstand, insbesondere brütende Vögel und Vögel mit Jungtieren können sich schnell gestört fühlen. Plastikverpackungen, Bananenschalen oder Vesper-reste gehören nicht in die Natur. Nehmen Sie alles wieder mit. Und nehmen Sie im Sommerhalbjahr Ihren Hund an die Leine, die allermeisten Tiere fühlen sich durch Hunde bedroht.

Pinguin-Tanz und Katzen-Pose

Die Balz der Haubentaucher ist beeindruckend. Sie läuft nach festen Regeln ab: Beide Partner schütteln ihre Köpfe, spreizen den Federkragen und tun so, als würden sie sich putzen. Das Paar präsentiert sich gegenseitig Geschenke in Form von Nistmaterial im Schnabel. Sie führen einander den „Pinguin-Tanz“ vor. Dabei paddeln sie auf dem Wasser aufeinander zu und richten sich Brust an Brust auf und machen eine „Katzen-Pose“. Bei dieser Pose winkeln sie ihre Flügel scheinbar drohend ab.

Ihr schwimmendes (Liebes-)Nest baut das Haubentaucher-Paar gemeinsam aus Pflanzenteilen wie Blättern, Süßgras und Schilf. Im März oder April legt das Weibchen drei bis sechs Eier, die von beiden Partnern abwechselnd ausgebrütet werden. Die Küken schlüpfen Anfang bis Mitte April. Sie können sofort schwimmen und tauchen. Anfangs sind sie allerdings nur selten im Wasser. Stattdessen sitzen sie auf dem Rücken ihrer Elterntiere, oft versteckt unter deren Flügeln. Dies ist wichtig, damit sie vor Feinden geschützt sind. Hechte, Graureiher und Rohrweihen haben es auf die jungen Haubentaucher abgesehen. Sie sind fast drei Monate von ihren Eltern abhängig. Haubentaucher können bis zu 20 Meter tief tauchen.

Aussehen und Verbreitung

Ihren Namen verdanken Haubentaucher ihrer Federhaube und der Tatsache, dass sie unter Wasser tauchend jagen. Obwohl sie Wasservögel sind, haben Haubentaucher keine Schwimmhäute. Stattdessen umgeben lappenartige Verbreiterungen ihre drei Vorderzehen. Die Vögel werden mit etwa 50 Zentimetern etwa so groß wie Stockenten.

Frau und Herr Haubentaucher haben kein unterschiedliches Federkleid, wie wir es zum Beispiel von den Stockenten kennen. Sie sind gleich gefärbt: Halsvorderseite, Bauchunterseite und das Gesicht sind weiß, das Rückengefieder und der Nacken rotbraun und schwarz. Im Winter ziehen sie ihr Schlichtkleid über und ihre Haube ist deutlich kleiner und sie sind überwiegend braungrau. Zur besseren Tarnung auf dem Wasser tragen die Jungtiere ein Zebrastreifengefieder.

Haubentaucher leben in ganz Europa. Zum Überwintern ziehen die Nordlichter aus Skandinavien oder Norddeutschland unter ihnen an den Bodensee. In Baden-Württemberg gibt es etwa 2.000 Brutpaare. Bei der Wahl ihres Lebensraumes sind Haubentaucher flexibel. Ob große oder kleinere, ob stehende oder langsam fließende natürliche Gewässer – ihnen ist alles recht. Hauptsache, es gibt genug Schilf, Süßgräser und genug Fische. Wenn im Winter die Gewässer zufrieren, ziehen sie auch an die Küsten.

Heilwunder: Wildkräuter

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Viele der Kräuter und Blumen, die auf unseren Wiesen oder in Wälder wachsen, besitzen eine medizinische Wirkung. Die Natur bietet uns somit eine Vielzahl an Möglichkeiten, kleinere Beschwerden zu lindern, ohne direkt auf klassische medizinische Produkte zurückgreifen zu müssen. 

Gänseblümchen:
das Gänseblümchen ist eine echte Wunderwaffe, wenn es um Hustenbekämpfung geht. Es enthält sehr viele Saponine, die schleimlösend wirken.  Sie wird auch als „die kleine Schwester der Arnika“ bezeichnet. So soll sie besonders nach Insekten oder Brennnesselstichen in Form eines kleinen Wundverbandes den Juckreiz und die Schmerzen lindern. Auch bei Menstruationsbeschwerden soll sie helfen und die Schmerzen abschwächen.
Löwenzahn:
der Löwenzahn ist ein richtiges Wundermittel, wenn es um den Verdauungstrakt geht. Die Bitterstoffe, die in ihm enthalten sind, steigern die Aktivität der Verdauungsdrüsen und fördern die Gallen- sowie Magensaftproduktion. Zudem wirken diese krampflösend und appetitanregend. Auch außerhalb des Körpers kann die Pflanze helfen. Der Saft des Stängels enthält viele entzündungshemmende und antibakterielle Stoffe. Mit ihnen kann man sehr gut kleine Verletzungen oder Insektenstiche behandeln.
Die Scharfgabe:
sie wird auch oft Frauenkraut genannt. In ihr sind viele Bitterstoffen, Flavonoide und ätherische Öle enthalten, die besonders entzündungshemmend und krampflösend bei Regelschmerzen wirken. Besonders wenn man diese in Form eines Tees zu sich nimmt. Dafür einfach zwei Teelöffel Scharfgabenkraut mit ca. 150-200 Milliliter heißem Wasser aufgießen. Ebenfalls sehr gut bei Regelschmerzen und -krämpfen helfen Frauenmantel und Gänsefingerkraut.
Brennnessel:
sie ist ein richtiges allround-Talent. Brennnesseln wirken stark entwässernd und helfen daher sehr gut bei Blasenproblemen und Prostabeschwerden. Sie beugen Blasen- und Nierensteine vor und steigern die Harnausscheidung. Zudem besitzen sie eine große Fülle an Vitaminen und eignen sich sogar zur Hautreinigung.
Durch ihre stark alkalische Eigenschaft eignet sie sich auch sehr gut gegen Muskel- und Gelenkschmerzen, Arthrose und Arthritis.
Kamille:
die wohl bekannteste aller Heilpflanzen. Sie hilft vor allem bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Die Kamille hat eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung und hilft gegen jede Art von Bauchschmerzen. Zudem vertreibt sie Blähungen und hilft auch gegen Völlegefühl. Zudem wirken die in der Blüte enthaltenen Schleimstoffe, gegen Sodbrennen und verhindert übermäßige Säureproduktion. Durch ihre entzündungshemmende Wirkung kann sie ebenfalls sehr gut gegen Entzündungen im Mund, wie zum Beispiel Zahnfleisch- oder Mandelentzündung, eingesetzt werden. Bei einer Erkältung ist es auch zu empfehlen Kamillentee zu inhalieren. Dies wirkt gegen die Entzündung der Nasenschleimhaut und befeuchtet sie zusätzlich.

Maikäfer flieg!

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Die meiste Zeit leben Maikäfer als Engerlinge im Dunkeln und Verborgenen. Es dauert vier Jahre, bis sie sich im Erdboden zu einem Käfer entwickeln. Wenn im Mai die Laubbäume sprießen, graben sie sich aus der Erde, um sich zu vermehren. Alle vier Jahre sind deshalb "Maikäferjahre". Die Männchen sterben kurz nach der Paarung; die Weibchen, nachdem sie die Eier gelegt haben.

Maikäfer-Arten gibt es viele. Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) und Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) dürften wir fast alle von eigenen Beobachtungen kennen. Denn sie sind relativ häufig verbreitet. Maikäfer sind braun, haben fächerartige Fühler, ein schwarzes oder braunes Halsschild und ein schwarzweißes Zickzackmuster an der Körperseite. Ihre "Nasen" sind die mit Tausenden von Geruchssensoren besetzten Fühler. Die der Männchen sind deutlich größer als die der Weibchen. Der Maikäfermann nutzt die größere Nase, um die Maikäferdame aufzuspüren.

Vorkommen und Lebensweise: kurzes Leben oberhalb der Erde

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Maikäfer als Engerlinge im Verborgenen. Als Engerlinge werden die Maikäfer-Larven bezeichnet. Aus der Erde graben sie sich alle drei bis vier Jahre als Käfer. Ihr Ziel? Fressen, paaren und vermehren. Die Hauptflugzeit der Tiere war immer Mai. Daher kommt auch ihr Name. Doch als eine Folge des Klimawandels hat sich ihre Haupt-Flugzeit mittlerweile auf Mitte bis Ende April verschoben. Dann fliegen sie Laubbäume an und fressen sie fast kahl. Was kein Problem ist. Denn die meisten kahl gefressenen Bäume erholen sich wieder. Im Juni bilden die Bäume neue Blätter. Die Weibchen benötigen die Blätter, um etwa 100 Eier zu produzieren und mit etwas Kot in der Erde abzulegen. Und dann war`s das schon mit dem kurzen Käferleben: Die Männchen sterben kurz nach der Begattung, die Weibchen nach der Eiablage.

Problematischer sind für die Bäume die Larven im Boden. Ganz am Anfang ernähren diese sich noch vom Kot, den die Muttertiere mit den Eiern abgelegt haben. Während ihres ersten Lebensjahres fressen sie die Wurzeln von Gräsern ab. Doch danach machen sie sich über die Wurzeln junger Bäume her, die es dann schwer haben, zu überleben.

Gefährdung

Alle 30 Jahre kommt es zu Maikäfer-Plagen. Ein Rhythmus, der wohl im Zusammenhang mit Krankheiten und Parasiten steht, die die Käfer befallen. Im Jahr 1911 wurden auf einer Fläche von 1.800 Hektar 22 Millionen Käfer gesammelt, in Wien 1951 sogar eine Milliarde. Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren wurde der Maikäfer mit Insektiziden großflächig bekämpft und fast ausgerottet. Sein Bestand hat sich erst in den letzten Jahren wieder etwas erholt. Heute versucht man, mit den Sexuallockstoffen der Weibchen die Feldmaikäfer-Männchen in Fallen zu locken.

Naturtipp: Maikäfer beobachten

Maikäfer sind in manchen Jahren häufig und verbreitet. In manchen Jahren sind sie gar nicht unterwegs. Meist fliegen sie abends aus und lassen sich dann beim Fressen beobachten, bevorzugt an Eichen, aber auch an Buche, Ahorn und verschiedenen Obstbäumen.

Unnützes Wissen

  • Früher wurden Maikäfer gerne verzehrt. Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sie geröstet als Maikäfersuppe verspeist oder auch kandiert zum Dessert gereicht. Die Maikäfersuppe soll so ähnlich wie Krebssuppe schmecken.
  • Ein französischer Gerichtsbeschluss aus dem Jahr 1320 befahl den Maikäfern, sich binnen drei Tagen aus einem bestimmten Gebiet zurückzuziehen. Sonst würden sie als vogelfrei gelten und ausgerottet werden. Ob das erfolgreich war, ist nicht überliefert.
  • Reinhard Mey hat den Maikäfern einen musikalischen Nachruf „Es gibt keine Maikäfer mehr” gewidmet.
  • Wilhelm Busch ließ Max und Moritz Maikäfer in Onkel Fritz` Bett legen.

 

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