Ortsgruppe Ravensburg-Weingarten

KW 2: 10 Regeln zur richtigen Vogelfütterung im Winter

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1. Die Fütterungszeit sollte nicht zu früh gestartet werden (anders als auf den meisten Vogelfutterpackungen empfohlen). Also nicht schon im September, sondern erst wenn die Außentemperatur unter -5°C sinkt und sich eine dauerhaft geschlossene, hohe Schneedecke mit gleichzeitigem Frost bildet. Ab September zu füttern bringt leider nichts für den Vogelschutz, sondern nur etwas für die Verkaufszahlen des Vogelfutters.

2. Vogelhäuschen sollten so gebaut werden, dass selbst bei Wind und Schneeregen das Futter nicht nass werden und somit verderben kann. Ausreichend Witterungsschutz sollte also beachtet werden.

3. Das Futter sollte nicht auf dem Boden „serviert“ werden, da es sich hier schnell mit dem Kot der Vögel vermischen könnte. So können sich Krankheiten (wie beispielsweise Salmonellen) schneller ausbreiten.

4. Zu empfehlen sind Futtersilos oder Futterspender in einem Vogelhäuschen oder an einem Wettergeschützten Ort, wie beispielsweise der Balkon. Sie sind nicht nur hygienisch sehr sauber, es kann auch weniger Futter auf den Boden fallen. Am besten sollten für die Vögel mehrere kleine, statt eine große Futterstelle vorbereitet werden.

5. Möglichst kein Billig-Futter kaufen, sondern auf biologische und regionale Produktion achten. Billig-Futter enthält oft überwiegend Weizenkörner. Diese werden von den Vögeln erst dann gegessen, wenn keine anderen Körner mehr übrig sind. So bleibt sehr viel Vogelfutter ungenutzt. Zudem ist bei Billig-Futter nicht immer gewährleistet, dass es keine invasiven Pflanzensamen enthält, wie zum Beispiel die stark allergieauslösende Ambrosie.

6. Zu den guten Futterkomponenten zählen: Haferflocken, Obst, Rosinen, Hanf, Hirse, Sonnenblumenkerne, Fett-kleie-Gemische und Wildbeeren. Aber nicht jeder Vogel mag jeden Korn. Der NABU hat eine tolle Übersicht darüber erstellt, welche Vogelart welches Futter bevorzugt. Mit der richtigen Futtermischung kann man eine Vielzahl an Vögel in seinen Garten locken. https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/vogelschutz/sdw/161213-nabu-wintervoegelschaubild-print.pdf

7. Keine Speisereste füttern! Diese enthalten meistens Gewürze und Salz, was schon in kleinen Mengen tödlich für die Vögel sein kann. Es sollten auch keine Brotreste gefüttert werden. Diese quellen im Magen der Tiere auf und entziehen ihnen Feuchtigkeit. (Das gilt übrigens auch für Enten.)

8. Nicht über den Winter hinaus füttern und die Jungfütterungszeit beachten. Die Jungfütterungszeit beginnt direkt nach der Brutzeit im April und endet im Juli. Da das Futter an einer Futterstelle sehr leicht für die alten Vögel zu erreichen ist, verfüttern die Eltern es leider an ihre kleinen Nachkommen. Der Verdauungstrakt der Jungvögel ist allerdings noch nicht dazu ausgelegt eine solch schwer verdauliche Kost wie Körner oder Fett zu verarbeiten. In der Jungfütterungszeit empfiehlt sich - wenn überhaupt - möglichst fettarme Samen von heimischen Wildkräutern oder frisches/tiefgefrorenes Insektenfutter zu füttern (auf getrocknetes Insektenfutter sollte eher verzichtet werden).


9.  Im Winter wird keine Vogeltränke benötigt. Vögel brauchen im Winter kein zusätzliches Wasser. Der Schnee und das Schmelzwasser reichen zur Wasseraufnahme aus.


10. Zuletzt ist das wichtigste an der Futterstelle stark auf die Hygiene und Sauberkeit zu achten. Am besten sollte sie jeden, bis jeden zweiten Tag gereinigt werden. Sonst geht eine große Gefahr der Futterstelle als Platz der Krankheitsausbreitung aus.

Viel Spaß beim Füttern und Beobachten!

KW 50: Ökologische Weihnachtsbäume

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Wir haben eine Liste mit Verkaufsstellen von ökologischen und/ oder „Fair-Tree“ Weihnachtsbäumen in unserer Region zusammengestellt, die unter https://www.bund-ravensburg.de/service/presse/detail/news/oh-tannenbaum-wie-giftig-sind-deine-blaetter/ einsehbar ist. Dabei steht auch eine ausführliche Erklärung des ganzen Themas "ökologische Weihnachtsbäume".

29,8 Millionen Weihnachtsbäume wurden im Jahr 2019 in Deutschland verkauft. Davon stammen ca. 90% aus sogenannten Baumkulturen, die oft unter intensivem Einsatz von Pestiziden, Insektiziden, Herbiziden und Mineraldünger großgezogen werden. Das schadet dem Ökosystem, dem Boden, den Tieren und den Gewässern. Als der BUND stichprobenartig die Nadeln von Weihnachtsbäumen an deutschen Verkaufsstellen testete, wurde man bei 76% der analysierten Bäume fündig. Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von welchen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden. Zu der extremen Pestizidbelastung kommt noch der enorm hohe Flächenverbrauch. Fast 50.000 Hektar Fläche nehmen die riesigen Monokulturen in Anspruch.  Der Pestizideinsatz hat nicht nur negative Auswirkungen für die Umwelt, sondern kann auch sehr Belastend für die menschliche Gesundheit sein, wenn der mit Chemikalien behandelte Baum über Wochen mitten in den Wohnzimmern steht.
Daher unser Ökotipp der Woche: Am umwelt- und gesundheitsschonendsten sind ökologische oder natürlich im Wald nachgewachsene Bäume aus der Region. Viele Waldbesitzer*innen, Förster*innen und auch unterschiedliche BUND-Gruppen bieten die Möglichkeit an, gemeinsam in den Wald zu gehen und unter Anleitung einen eigenen Baum zu schlagen. Wenn Sie kein eigenes Auto haben, können Sie sich den Baum von regionalen Anbietern liefern lassen oder das Angebot von www.bio-weihnachtsbaum-versand.de nutzen.
Wenn nichtheimischen Baumarten, wie beispielsweise die Nordmanntanne, die Kaukasustanne oder die Stechfichte, außerhalb des Waldes in Kulturen wachsen sollte auf einen umweltfreundlichen Anbau geachtet werden. Z.B. kommen auf ökologischen Plantagen keine Herbizide oder andere Spritzmittel zum Einsatz – die Bäume wachsen dort in Mischkulturen und sind dadurch weniger anfällig für Schädlinge. Die ökologischen Bäume sind leicht an Ausweisungen durch Sigel zu erkennen. Zu den vertrauenswürdigen Siegeln zählen das Bio-, Bioland-, Naturland-, Demeter- oder FSC-Siegel.

KW 49: Nachhaltige Weihnachtsdekoration

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Jedes Jahr zu Weihnachten freuen wir uns darauf gemeinsam mit Freunden und Familie Zeit zu verbringen. Doch oft ist das „Fest der Liebe“ auch ein „Fest des Konsums“. So werden jedes Jahr viele neue Dekorationsartikel gekauft, die nach dem Fest entweder entsorgt werden, oder auf dem Dachboden verstauben.
Es gibt eine Möglichkeit diesem Phänomen etwas entgegen zu wirken– und zwar mit nachhaltiger Weihnachtsdekoration. Zum Dekorieren eignet sich z.B. frisches Obst, wie Äpfel aus ökologischem Anbau oder Mandarinen und Orangen hervorragend. Gemeinsam mit weihnachtlich duftenden Gewürzen wie Zimt, Nelken, Kardamom oder Anis kann man nicht nur schöne Deko zaubern, sondern den ganzen Raum mit weihnachtlichen Düften füllen. Als leckere, wohlduftende und umweltfreundliche Verzierung auf dem Adventskranz eignen sich z.B. selbstgebackene Lebkuchen und Plätzchen oder verschiedene Nusssorten wunderbar.
Den Weihnachtsbaum kann man mit Christbaumkugeln aus mundgeblasenem Glas oder aus Pappe schmücken. Wenn diese beschädigt werden, können sie ganz einfach im Glas- oder Papiercontainer entsorgt und recycelt werden.
Auch selbst gebastelte Figuren aus natürlichen Materialien wie Stroh, Tannenzapfen, Nussschalen, Holz oder Bienenwachs stehen den gekauften Deko-Artikeln in Nichts nach. Allgemein bringen Naturmaterialien eine wunderschöne, heimelige Atmosphäre in den Raum. Gerade in den dunkleren Abendstunden macht auch das Basteln mit ihnen viel Spaß und eignet sich natürlich für die ganze Familie!
Grundsätzlich gilt es, die Dekorationen und Verpackungen so oft wie möglich zu recyclen. Viele Materialien können wiederverwendet oder weitergegeben werden. Kaufen Sie auch nicht gleich neue Produkte, vielleicht gibt es in Ihrem Familien- oder Bekanntenkreis jemanden der genau das was sie brauchen loswerden will.
So steht dem eigentlichen Wesen des Weihnachtsfestes Nichts mehr im Wege: Es ist das Fest der Liebe, Familie, Dankbarkeit und Besinnlichkeit.


 

Tipps zum Ökologischen Verhalten vom Bundesverband

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