Ortsgruppe Ravensburg-Weingarten

KW15: Gemüse der Saison – Spargel im April

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Für die Umwelt ist es am besten, wenn wir regional, saisonal, ökologisch und in der Nähe unserer Wohnung einkaufen. Im April können sich Spargelfans freuen: Das vitaminreiche Gemüse startet bei uns in seine kurze Saison.
 
Wenn die Spargelernte beginnt, ist für viele der Frühling endgültig gekommen. Das Gemüse ist überaus beliebt – die Deutschen essen vor allem die weiße Variante. Doch es ist nicht nur äußerst schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Darauf deutet auch sein botanischer Name hin – „Asparagus officinalis“ bedeutet übersetzt „Arznei“.
 
Anbau und Ernte von Spargel
Der Spargel, der auf unserem Teller landet, ist der Gemüsespargel und wird unterschieden in Bleich- und Grünspargel. „Ob sich aus den Samen grüne oder weiße Stangen entwickeln, hängt von der Art des Anbaus ab. Bedecken die Gärtner*innen die Spitzen immer wieder mit Erde, bleiben diese weiß. Raken sie aus der Erde und bekommen Sonnenlicht ab, bilden sie hingegen den grünen Farbstoff Chlorophyll“, erklärt Christoph Schramm, Landwirtschaftsreferent beim BUND Baden-Württemberg. Der grüne Spargel ist gesünder, da er mehr Vitamin C und Betacarotin als der weiße enthält.

Spargel wächst in lockerem, nicht zu feuchtem Boden. Im Frühjahr zwischen April und Juni kommen seine Triebe ans Licht und werden dann ausgegraben und abgeschnitten. Die Ernte auf dem Feld ist bis heute zum Teil noch Handarbeit. Ab dem 24. Juni – in Deutschland der Johannistag – wird das Gemüse traditionell nicht mehr geerntet, damit sich die Pflanze erholen kann. Eine Spargelpflanze kann bis zu 15 Jahren frischen Spargel liefern.
 
Spargel – am besten regional und bio!
„Da Spargel im konventionellen Anbau oft stark gedüngt wird, ist es gesünder, ökologisch angebauten Spargel zu kaufen – am besten aus der Region, dann sind die Wege kurz“, erläutert Christoph Schramm die Vorteile von regionalem Bio-Gemüse. Der BUND empfiehlt außerdem, mit dem ersten Spargelkauf bis Mitte April zu warten, da die früheren Spargel wegen den niedrigen Temperaturen oft noch unter Kunststofffolien angebaut werden. Diese kann unter anderem zur Gefahr für Amphibien und Kleinsäuger werden, die darunter ersticken.
 
Spargel als Heilpflanze
Spargel wurde schon vor Christi Geburt als Heilpflanze genutzt. Sie sollte bei Husten und vor allem bei Blasenproblemen helfen. Die Pflanze enthält zudem viel Vitamin B1, B2, C und E, Folsäure, Kalzium und Eisen.
 
Spargel in der Küche
Zu Kartoffeln und Sauce Hollandaise oder in der Pfanne, als Suppe, gebacken oder frittiert: Köch*innen setzen Spargel vielseitig ein. Geschmacklich und bei der Verarbeitung gibt es kleine Unterschiede zwischen den beiden Spargeltypen: Grünspargel schmeckt etwas herzhafter, muss an den Enden nicht geschält und nicht so lange gegart werden.
 
Weitere Ernte im April:
Bärlauch, Radieschen, Rhabarber

KW 14: Frühlingszeit ist Gartenzeit

BUND: Ökologisch und naturnah gärtnern für die Artenvielfalt

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Stuttgart. Auch wenn der Frühling dieses Jahr etwas verspätet startet, gibt es im eigenen Garten oder auf dem Balkon schon einiges zu tun. Mit ein paar Handgriffen und Tricks kann der heimische Garten zu einem wertvollen und gesunden Lebensraum für Schmetterlinge, Igel & Co. werden. Würde jede*r Besitzer*in oder Mieter*in seinen*ihren Garten naturnah und ökologisch anlegen, wäre schon viel für die Natur geschafft.

„Ökologisch gärtnern hilft nicht nur Bienen, sondern auch vielen Insektenarten, Vögeln und vielen weiteren tierischen Gartenbesuchern. Gärten erfüllen so mehrere Zwecke: Sie sind schön anzusehen, eine Oase für unsere Erholung und nützlich für den Erhalt unserer Biodiversität“, sagt Almut Sattelberger, Naturschutzreferentin beim BUND Baden-Württemberg.

Klimafreundlich gärtnern – ohne Torf

Jetzt im März ist der ideale Zeitpunkt überwinternde Pflanzen und Kübelpflanzen zurückzuschneiden, in frische Erde umzutopfen und neue Obstbäume oder Beerensträucher zu pflanzen. „Doch Gärtner*innen sollten auch auf das Klima achten und ausschließlich torffreie Pflanzenerde einsetzen“, sagt Christoph Schramm, Referent für Landwirtschaft beim BUND-Baden-Württemberg.

Die meisten Blumenerden bestehen überwiegend aus Torf – dem Stoff, aus dem die Moore sind. Ein Torfabbau von zwei Metern zerstört ein Werk der Natur von 2.000 bis 5.000 Jahren. Lange Zeit wurde die Bedeutung von Mooren für den Klimaschutz unterschätzt. Dabei werden allein in Deutschland durch Trockenlegung und Abbau jährlich 42 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt, was 4,5 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands entspricht. „Unzählige Gärtner*innen befeuern weltweit ganz unnötig mit dem Einsatz von Torf die Klimaerhitzung.“

Vielfalt bewahren durch samenfestes Saatgut 

Auch die ersten Gemüse- und Kräutersamen können ab März ins Beet. „Achten Sie beim Kauf von Saatgut auf samenfeste Sorten, die Sie auch selbst vermehren können. Wenn F1 auf dem Tütchen steht, handelt es sich um Hybridsaatgut, dieses kann nicht vermehrt werden,“ gibt Sattelberger zu Bedenken. Samenfestes Saatgut bildet auch im Folgejahr ähnliche Merkmale aus wie die Mutterpflanze.

„Wer früher seinen Großeltern im Garten geholfen hat, erinnert sich bestimmt daran, dass es üblich war, von ausgereiften Pflanzen Samen abzunehmen, zu trocknen und im nächsten Jahr neue Pflanzen daraus zu ziehen. So hat man über Jahrtausende eine große Vielfalt an unterschiedlichem samenfestem Saatgut genutzt. Das Saatgut konnte sich an die Standortbedingungen anpassen und dadurch immer robuster werden. Es ist eine unschätzbare Vielfalt von Kulturpflanzen entstanden. Zudem machen Sie sich so von Konzernen unabhängig“, so Sattelberger.

Dünger und Pestizide – keine Gifte einsetzen

Egal ob Garten oder Balkon: Chemisch-synthetische Pestizide und Dünger sind tabu. Unerwünschte Kräuter im Beet werden gejätet und gegen ungewollte Insekten helfen Nützlinge wie Marienkäfer und Schlupfwespen. „Mit pflanzlichen Stärkungsmitteln wie zum Beispiel Brühen oder Jauchen aus Rainfarn, Brennnessel, Schachtelhalm, Beinwell oder Schafgarbe helfen Sie Ihren Kulturpflanzen, gesund zu bleiben“, empfiehlt Schramm.

Viele Zierpflanzen werden in afrikanischen oder lateinamerikanischen Ländern vorgezogen und ihr Transport erzeugt vermeidbare Emissionen. Dort werden zum Teil noch Pestizide eingesetzt, die in Europa aufgrund ihrer hohen Giftigkeit bereits seit vielen Jahren verboten sind. Die Arbeiter*innen auf den Plantagen und in den Gewächshäusern sind damit einer großen gesundheitlichen Gefahr ausgesetzt. Importierte Pflanzen, die während der Aufzucht mit Insektiziden behandelt wurden, können immer noch ein Risiko für heimische Insekten sein, da Nektar und Pollen Rückstände von diesen Giften enthalten können. „Die Alternative zu exotischen Pflanzen sind Bio-Zierpflanzen. Diese gibt es von den bekannten Bio-Anbauverbänden oder mit dem EU-Biosiegel. Hier wird auf chemisch-synthetische Pestizide, Stauchungsmittel und Torf verzichtet“, so der Experte.

Seltener und später mähen

Grundsätzlich sollten Hobby- Gärtner*innen besser seltener und später mähen. “Wer dem Rasen Zeit zum Wachsen gibt, der fördert Lebensraum für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge. Nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Klee, Margeriten, Wiesensalbei, Kriechender Günzel oder Ehrenpreis vertragen keinen häufigen Schnitt. Wer häufig mäht, verhindert die Entwicklung dieser für Insekten wertvollen Pflanzen. Und die Pflanzen haben bei zu häufiger Mahd auch keine Zeit, Blüten zu bilden“, weiß Sattelberger. 

Wer diese Ratschläge befolgt, erhält in den kommenden Monaten nicht nur einen gesunden und bunten Garten, sondern kultiviert auch eine Oase für die heimische Artenvielfalt.

Was macht einen naturnahen und ökologischen Garten noch aus?

-Wilde Ecke, volles Leben: Lassen Sie Wildnis zu und Gräser und Kräuter stehen. Brennnesseln, Salweide und Brombeere z.B. sind Futter für Schmetterlingsraupen, Laub- und Reisighaufen Verstecke für Igel und Co. 

-Nur heimische Pflanzen: Exotische und stark gezüchtete Pflanzen bieten unseren Tieren kaum Nahrung. Eine Hecke aus verschiedenen heimischen Sträuchern gibt mehr Tierarten Nahrung und Lebensraum als eine Monokultur.

-Totholz ist lebendig: Absterbendes Holz ist für viele Insekten als Wohnung, Nahrung oder Baumaterial wichtig.

-Stehen lassen: Abgestorbene Staudenstängel sind gelegentlich innen hohl und kleine Tiere können darin überwintern. Manchmal hängen auch Beeren oder Samen dran, die Vögel im Winter fressen können.

-Fruchttragende Sträucher: Einheimische Vögel ernähren sich von Holunder, Kornelkirsche oder Pfaffenhütchen. Kirschlorbeer, Thuja oder Bambus bieten ihnen nichts.

-Gartenteich / Wasserloch: Im Wasser tummelt sich Leben. Sie helfen damit Libellen, Vögeln und Amphibien, Lebensräume, Futter und Trinken zu finden.

-Wasser anbieten: Grade jetzt im Sommer eine flache Schale Wasser im Garten aufstellen. Vögel, Wespen und andere Insekten können hier ihren Durst löschen. Legen sie einen flachen Stein in die Schale, damit die Insekten auch wieder herauskommen.

-Heimische Wildblumen und –stauden sind die wichtigste Nahrungsquelle für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge. Bitte nutzen Sie keine Zuchtvarianten!

-Rauf aufs Beet: Der Rasenschnitt kann als Mulch-Material locker auf die Gemüsebeete oder um Beerensträucher gestreut werden. So kommen Wildkräuter nicht hoch und man spart sich das häufige Jäten. Außerdem schützt Mulchen vor dem Austrocknen des Bodens.
 

KW 13: Kein Ei mit der Drei

BUND: Auf Nummer sicher gehen. Ostereier ohne Tierquälerei und mit Kennzeichnungscode 0 oder 1 kaufen.

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Stuttgart. Zu Ostern finden sich wieder bunt gefärbte Ostereier in den Läden. Doch ob diese Eier von glücklichen Hühnern kommen, erfahren Verbraucher*innen meist nicht. Denn gefärbte Eier gelten als „eihaltige Lebensmittel“ und für diese gilt keine Pflicht zur Haltungskennzeichnung. So stammen diese Eier häufig unbemerkt aus schlechten Haltungssystemen.

Zwar ist die Käfighaltung in ganz Europa verboten, doch erlaubt bleibt die Haltung in Kleingruppenkäfigen. Hier stehen einer Henne gerade einmal 0,08 Quadratmeter Platz zur Verfügung, das ist etwas mehr als ein Blatt der Größe DIN A4. Allein in Deutschland wurden 2020 über 745 Millionen Eier auf diese Art produziert. Diese Eier landen oft in verarbeiteten Produkten oder werden gefärbt, da die Supermärkte Frischeier aus diesen kritisierten Haltungssystemen inzwischen ausgelistet haben. 

Je höher die Zahl, desto geringer die Standards

Der BUND empfiehlt daher,auf Nummer sicher zu gehen, Bio-Eier zu kaufen und sie selbst zu färben. Nur mit der Ziffer "0" gestempelte Eier garantieren den meisten Platz und Auslauf für die Tiere. Je höher die Zahl auf dem Ei, desto geringer sind die Standards: Während die Ziffer "1" noch Freilandhaltung ausweist, leben die Hühner bei "2" ("Bodenhaltung") schon sehr beengt und ohne Auslauf  beziehungsweise bei "3" in Käfigen mit 13 Tieren je Quadratmeter.
 
 In Deutschland werden noch immer 11 Prozent der Legehennen in solchen Drahtkäfigen gehalten. In verarbeitenden Produkten der deutschen Lebensmittelindustrie ist der Anteil von Käfigeiern noch höher: Aufgrund von EU-Importen stammen unabhängigen Schätzungen zufolge etwa 50 Prozent von Käfighennen. Da diese ebenfalls nicht kennzeichnet werden müssen, ist es ratsam, bei eierhaltigen Lebensmitteln wie Gebäck, Nudeln oder Eierlikör nur kontrollierte Bioware zu kaufen.

BUND-Tipps für selbstgefärbte Ostereier:
 

Zum Einfärben der Eier sollten Natur- bzw. Pflanzenfarben verwendet werden. Diese erzeugen warme, natürliche Farbtöne und enthalten keine umweltschädlichen Chemikalien. Birkenblätter, Zwiebelschalen, Kurkuma oder Johanniskraut ergeben eine gelbe bis rot-braune Färbung, Gras oder Brennnesseln eine grüne. Für eine braune Färbung sind Zwiebelschalensud, Kaffee oder Schwarztee geeignet. Rotkohl sorgt für eine violette Färbung. Kleine Blätter und Blüten hinterlassen beim Färben kunstvolle Abdrücke auf den Eiern oder können im Anschluss um die Eier gewickelt werden. 

Und so funktioniert es: Die Pflanzenteile müssen etwa 30 bis 45 Minuten in circa einem Liter Wasser ausgekocht werden. Danach wird der Sud gefiltert. Ein Schuss Essig erhöht die Kraft und Brillanz der Farben. Nun noch die Eier hinzugeben: Nach zehn Minuten im kochenden Sud sind die Eier hart und gefärbt. Blätter und Blüten können vorher mit einem alten Strumpf an den Eiern fixiert werden. Wenn Sie eine intensivere Färbung erreichen wollen, sollten Sie die Eier nach dem Abschrecken zurück in die Farbe legen. Gebrauchsfertige Naturfarben gibt es in Bioläden oder Apotheken zu kaufen.   


 

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