Ortsgruppe Ravensburg-Weingarten

Tipps fürs Heizen: Geld sparen und Klima schonen

In den vergangenen Wochen sind die Heizkosten rasant gestiegen. Der BUND gibt Tipps, wie jede*r beim Heizen viel Geld sparen und gleichzeitig das Klima schützen kann.

In der Küche und in Spiel- und Arbeitsräumen liegt die ideale Temperatur bei 18 bis 20 Grad Celsius; das entspricht Stufe 2-3. Foto: Laura Buschhaus / BUND BW  (Laura Buschhaus / Laura Buschhaus)

Seit einigen Tagen wird es in Baden-Württemberg vor allem in der Nacht empfindlich kalt. Für ein wohliges Gefühl laufen in vielen Wohnungen und Wohnhäusern die Heizungen auf Hochtouren. Da das Heizen im Haushalt mit Abstand am meisten Energie verbraucht und die Heizkosten derzeit rasant steigen, macht sich das in diesen Wochen besonders schnell auf dem Konto bemerkbar.

Heizen ist nicht nur teuer, sondern auch schädlich fürs Klima, wenn die Anlage mit fossilen Brennstoffen betrieben wird. Dann verursacht es im Haushalt die größten Mengen an klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid. Doch mit ein paar einfachen Tipps und kleinen Maßnahmen können Verbraucher*innen richtig heizen und dabei Geldbeutel und Klima schonen.

Tipp 1: Die richtige Raumtemperatur

Die richtige Raumtemperatur ist nicht nur für das Wohlbefinden wichtig, sondern kann auch Energie und bares Geld sparen. Denn mit jedem zusätzlichen Grad erhöhen sich die Heizkosten um etwa sechs Prozent. „In den meisten Räumen muss das Thermostat nie höher als Heizstufe 3, das entspricht 20 Grad Celsius, eingestellt werden“, empfiehlt Fritz Mielert, Umweltreferent beim BUND Baden-Württemberg. „Nachts oder wenn niemand zuhause ist, können die Bewohner*innen die Temperatur in den Räumen um drei bis fünf Grad also um eine Stufe niedriger einstellen. Die Heizkörper voll aufzudrehen, ist nicht nötig, da das Ventil dann eine sehr hohe Zieltemperatur ansteuert.“ Dabei wird die gewünschte Raumtemperatur schnell überschritten und viel Energie vergeudet. 

Unter 13 Grad sollte die Temperatur in den Räumen nicht sinken, wenn es draußen Minusgrade hat, weil sich sonst Schimmel an den kalten Wänden bilden kann.

Was viele nicht wissen: Um die Wohnung an kalten Tagen schneller warm zu bekommen, nützt es nichts, das Thermostat an der Heizung voll aufzudrehen. Das hat nämlich nur bei alten Ein-Aus-Ventilen einen Effekt. Da sich mit derartigen Ventilen die Raumtemperatur nur sehr schlecht regeln lässt, rät der BUND, sie von einer Fachfirma gegen moderne Thermostate austauschen zu lassen.

Empfohlene Temperatur in den Wohnräumen:

  • Diele und Flurräume: 13 bis 16 Grad; entspricht Stufe 1-2

  • Schlafräume: 16 bis 17 Grad; entspricht Stufe 2

  • Spiel- und Arbeitsräume:18 bis 20 Grad; entspricht Stufe 2-3

  • Küche: 18 bis 20 Grad; entspricht Stufe 2-3

  • Wohnräume: 20 bis 22 Grad; entspricht Stufe 3-4

  • Badezimmer: 22 bis 23 Grad; entspricht Stufe 4 

Tipp 2: Heizkörper freistellen

Heizkörper und Thermostate sollten frei zugänglich sein. Hängen beziehungsweise stehen Vorhänge, Gardinen und Möbel direkt davor, kann sich die Wärme nicht im Raum verteilen.

Tipp 3: Fenster und Türen abdichten

Über undichte Fenster und Türen können bis zu 20 Prozent der Energie verloren gehen, oftmals spürt man den Wärmeverlust schon, wenn man die durchlässige Stelle mit der Hand berührt oder davorsteht. Im Bauhandel gibt es Gummi- und Silikonbänder für Fenster und Bürstendichtungen für Türen – eine Investition, die sich lohnt! 

Tipp 4: Richtig lüften

Gerade in Corona- und Erkältungszeiten ist es unerlässlich, regelmäßig und gut zu lüften, ohne dass die gesamte Wärme ins Freie entweicht. „Dreimal täglich für etwa fünf Minuten Stoßlüften ist ideal, die Heizung dabei bitte am besten ausstellen“, rät Fritz Mielert. Sind die Fenster ständig gekippt, kühlen die umliegenden Wände aus und Schimmel kann sich bilden. Außerdem wird viel Energie verschwendet. Besonders wichtig ist das Stoßlüften nach dem Duschen oder Baden, damit die feuchtwarme Luft entweichen kann.

Tipp 5: Auch innen dämmen

Fenster, Balkontüren und Rollladenkästen können zu Wärmebrücken werden. Das heißt, sie leiten Energie nach draußen. Die Wärmeverluste durch das Fenster können nachts um etwa 20 Prozent verringert werden, indem die Bewohner*innen die Rollläden herunterlassen. Zugezogene Vorhänge verstärken diesen Effekt zusätzlich. Wichtig ist es auch, die Türen von beheizten Räumen zu schließen, damit die Wärme im Zimmer bleibt.

Der BUND empfiehlt außerdem, freiliegende Heizungsrohre durch Rohrschalen zu schützen und alubeschichtete Dämmplatten zur Isolierung von Heizkörpernischen zu nutzen. Auf diese Weise geht weniger Wärme verloren.

Tipp 6: Heizkörper entlüften

Wenn Heizkörper gluckern und nicht mehr richtig warm werden, obwohl das Thermostat voll aufgedreht ist, befindet sich Luft im Heizkörper, die unnötige Energie verschwendet. Für etwa einen Euro gibt es im Baumarkt Heizkörperschlüssel für das Entlüftungsventil. Einfach aufdrehen und das abfließende Wasser in einem Gefäß auffangen.

Tipp 7: Effiziente Heizungspumpen

Alte Heizungspumpen laufen oft lange und verbrauchen dabei zu viel Energie. Moderne Heizungspumpen arbeiten dagegen automatisiert nach Bedarf. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den Austausch mit hohen Zuschüssen, wenn die neue Anlage zumindest teilweise erneuerbare Energien nutzt.

Egal ob alter Gaskessel oder neue Heizungspumpe: Es lohnt sich, die Heizungsanlage richtig einstellen zu lassen („hydraulischer Abgleich“). Auch dafür gibt es staatliche Zuschüsse.

Tipp 8: Gut isolierte Wohnung wählen

Um kleine und gut isolierte Wohnungen warm zu bekommen, ist naturgemäß weniger Energie nötig als bei großen, zugigen Häusern. Natürlich sind vor allem die Menschen in Ballungsräumen froh, wenn sie überhaupt eine bezahlbare Bleibe finden. Wer jedoch vor einem Umzug oder Wohnungskauf steht, hat die Möglichkeit, solche Aspekte in die Entscheidungsfindung miteinzubeziehen. Langfristig ließe sich viel Heizenergie sparen, wenn mehr Menschen in Wohnungen in Niedrigenergie- oder Passivhäuser leben würden.

Weitere Informationen

Kontakt für Rückfragen:

Fritz Mielert, Referent für Umweltschutz BUND Baden-Württemberg, (0711) 62 03 06-16, Fritz.Mielert(at)bund.net 

Haubentaucher zur Brutzeit: Uferbereiche besser nicht betreten

BUND appelliert an Spaziergänger*innen sich umsichtig zu verhalten. Wasservögel brüten jetzt und ziehen ihre Jungen auf.

Foto: Pixabay GmbH

Jetzt sind wahrscheinlich die meisten Haubentaucher-Küken bereits geschlüpft. Sie werden von ihren Eltern in schwimmenden Nestern aus Pflanzenteilen wie Blättern, Süßgras und Schilf großgezogen. Auch andere Wasservögel wie Eisvogel, Tafelente und Drosselrohrsänger sind durch Störungen des Menschen gefährdet. Dieser Wochen brüten sie in ihren Nestern oder ziehen ihre Jungen groß. Der BUND appelliert daher an Spaziergänger und Wassersportlerinnen sich zurückzuziehen und umsichtig zu verhalten. Hunde sollten in der Nähe von Gewässern an die Leine genommen werden.

Gerade jetzt im Frühjahr in Pandemiezeiten möchten mehr Menschen Natur erleben. Vor allem Gewässer wie Seen und Flüsse ziehen viele Menschen an. An und für sich ist das gut: Denn das Interesse für die Natur schützt die Tier- und Pflanzenarten. Doch wenn der Mensch in die Lebensräume von Wildtieren vordringt, fühlen diese sich gestört. Brütende Elterntiere verlassen dann ihr Nest und hinterlassen die Eier. Sobald die Eier auskühlen, entwickelt sich der Nachwuchs in den Eiern nicht weiter und stirbt, wenn der brütende Elternteil nicht innerhalb kurzer Zeit zurückkehrt.

Der BUND appelliert daher an Spaziergänger und Natur-Entdeckerinnen auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben, insbesondere in Naturschutzgebieten. Tiere – wie der Haubentaucher, Drosselrohrsänger oder der Eisvogel – sind lärmempfindlicher als Menschen, verhalten Sie sich daher ruhig. Auch Wassersportler*innen sollten sich Ufer nur an den Ein- und Ausstiegen nähern. Verhalten Sie sich umsichtig und gehen Sie auf Abstand, insbesondere brütende Vögel und Vögel mit Jungtieren können sich schnell gestört fühlen. Plastikverpackungen, Bananenschalen oder Vesper-reste gehören nicht in die Natur. Nehmen Sie alles wieder mit. Und nehmen Sie im Sommerhalbjahr Ihren Hund an die Leine, die allermeisten Tiere fühlen sich durch Hunde bedroht.

Pinguin-Tanz und Katzen-Pose

Die Balz der Haubentaucher ist beeindruckend. Sie läuft nach festen Regeln ab: Beide Partner schütteln ihre Köpfe, spreizen den Federkragen und tun so, als würden sie sich putzen. Das Paar präsentiert sich gegenseitig Geschenke in Form von Nistmaterial im Schnabel. Sie führen einander den „Pinguin-Tanz“ vor. Dabei paddeln sie auf dem Wasser aufeinander zu und richten sich Brust an Brust auf und machen eine „Katzen-Pose“. Bei dieser Pose winkeln sie ihre Flügel scheinbar drohend ab.

Ihr schwimmendes (Liebes-)Nest baut das Haubentaucher-Paar gemeinsam aus Pflanzenteilen wie Blättern, Süßgras und Schilf. Im März oder April legt das Weibchen drei bis sechs Eier, die von beiden Partnern abwechselnd ausgebrütet werden. Die Küken schlüpfen Anfang bis Mitte April. Sie können sofort schwimmen und tauchen. Anfangs sind sie allerdings nur selten im Wasser. Stattdessen sitzen sie auf dem Rücken ihrer Elterntiere, oft versteckt unter deren Flügeln. Dies ist wichtig, damit sie vor Feinden geschützt sind. Hechte, Graureiher und Rohrweihen haben es auf die jungen Haubentaucher abgesehen. Sie sind fast drei Monate von ihren Eltern abhängig. Haubentaucher können bis zu 20 Meter tief tauchen.

Aussehen und Verbreitung

Ihren Namen verdanken Haubentaucher ihrer Federhaube und der Tatsache, dass sie unter Wasser tauchend jagen. Obwohl sie Wasservögel sind, haben Haubentaucher keine Schwimmhäute. Stattdessen umgeben lappenartige Verbreiterungen ihre drei Vorderzehen. Die Vögel werden mit etwa 50 Zentimetern etwa so groß wie Stockenten.

Frau und Herr Haubentaucher haben kein unterschiedliches Federkleid, wie wir es zum Beispiel von den Stockenten kennen. Sie sind gleich gefärbt: Halsvorderseite, Bauchunterseite und das Gesicht sind weiß, das Rückengefieder und der Nacken rotbraun und schwarz. Im Winter ziehen sie ihr Schlichtkleid über und ihre Haube ist deutlich kleiner und sie sind überwiegend braungrau. Zur besseren Tarnung auf dem Wasser tragen die Jungtiere ein Zebrastreifengefieder.

Haubentaucher leben in ganz Europa. Zum Überwintern ziehen die Nordlichter aus Skandinavien oder Norddeutschland unter ihnen an den Bodensee. In Baden-Württemberg gibt es etwa 2.000 Brutpaare. Bei der Wahl ihres Lebensraumes sind Haubentaucher flexibel. Ob große oder kleinere, ob stehende oder langsam fließende natürliche Gewässer – ihnen ist alles recht. Hauptsache, es gibt genug Schilf, Süßgräser und genug Fische. Wenn im Winter die Gewässer zufrieren, ziehen sie auch an die Küsten.

Heilwunder: Wildkräuter

Foto: Pixabay GmbH

Viele der Kräuter und Blumen, die auf unseren Wiesen oder in Wälder wachsen, besitzen eine medizinische Wirkung. Die Natur bietet uns somit eine Vielzahl an Möglichkeiten, kleinere Beschwerden zu lindern, ohne direkt auf klassische medizinische Produkte zurückgreifen zu müssen. 

Gänseblümchen:
das Gänseblümchen ist eine echte Wunderwaffe, wenn es um Hustenbekämpfung geht. Es enthält sehr viele Saponine, die schleimlösend wirken.  Sie wird auch als „die kleine Schwester der Arnika“ bezeichnet. So soll sie besonders nach Insekten oder Brennnesselstichen in Form eines kleinen Wundverbandes den Juckreiz und die Schmerzen lindern. Auch bei Menstruationsbeschwerden soll sie helfen und die Schmerzen abschwächen.
Löwenzahn:
der Löwenzahn ist ein richtiges Wundermittel, wenn es um den Verdauungstrakt geht. Die Bitterstoffe, die in ihm enthalten sind, steigern die Aktivität der Verdauungsdrüsen und fördern die Gallen- sowie Magensaftproduktion. Zudem wirken diese krampflösend und appetitanregend. Auch außerhalb des Körpers kann die Pflanze helfen. Der Saft des Stängels enthält viele entzündungshemmende und antibakterielle Stoffe. Mit ihnen kann man sehr gut kleine Verletzungen oder Insektenstiche behandeln.
Die Scharfgabe:
sie wird auch oft Frauenkraut genannt. In ihr sind viele Bitterstoffen, Flavonoide und ätherische Öle enthalten, die besonders entzündungshemmend und krampflösend bei Regelschmerzen wirken. Besonders wenn man diese in Form eines Tees zu sich nimmt. Dafür einfach zwei Teelöffel Scharfgabenkraut mit ca. 150-200 Milliliter heißem Wasser aufgießen. Ebenfalls sehr gut bei Regelschmerzen und -krämpfen helfen Frauenmantel und Gänsefingerkraut.
Brennnessel:
sie ist ein richtiges allround-Talent. Brennnesseln wirken stark entwässernd und helfen daher sehr gut bei Blasenproblemen und Prostabeschwerden. Sie beugen Blasen- und Nierensteine vor und steigern die Harnausscheidung. Zudem besitzen sie eine große Fülle an Vitaminen und eignen sich sogar zur Hautreinigung.
Durch ihre stark alkalische Eigenschaft eignet sie sich auch sehr gut gegen Muskel- und Gelenkschmerzen, Arthrose und Arthritis.
Kamille:
die wohl bekannteste aller Heilpflanzen. Sie hilft vor allem bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Die Kamille hat eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung und hilft gegen jede Art von Bauchschmerzen. Zudem vertreibt sie Blähungen und hilft auch gegen Völlegefühl. Zudem wirken die in der Blüte enthaltenen Schleimstoffe, gegen Sodbrennen und verhindert übermäßige Säureproduktion. Durch ihre entzündungshemmende Wirkung kann sie ebenfalls sehr gut gegen Entzündungen im Mund, wie zum Beispiel Zahnfleisch- oder Mandelentzündung, eingesetzt werden. Bei einer Erkältung ist es auch zu empfehlen Kamillentee zu inhalieren. Dies wirkt gegen die Entzündung der Nasenschleimhaut und befeuchtet sie zusätzlich.

Maikäfer flieg!

Foto: Pixabay GmbH

Die meiste Zeit leben Maikäfer als Engerlinge im Dunkeln und Verborgenen. Es dauert vier Jahre, bis sie sich im Erdboden zu einem Käfer entwickeln. Wenn im Mai die Laubbäume sprießen, graben sie sich aus der Erde, um sich zu vermehren. Alle vier Jahre sind deshalb "Maikäferjahre". Die Männchen sterben kurz nach der Paarung; die Weibchen, nachdem sie die Eier gelegt haben.

Maikäfer-Arten gibt es viele. Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) und Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) dürften wir fast alle von eigenen Beobachtungen kennen. Denn sie sind relativ häufig verbreitet. Maikäfer sind braun, haben fächerartige Fühler, ein schwarzes oder braunes Halsschild und ein schwarzweißes Zickzackmuster an der Körperseite. Ihre "Nasen" sind die mit Tausenden von Geruchssensoren besetzten Fühler. Die der Männchen sind deutlich größer als die der Weibchen. Der Maikäfermann nutzt die größere Nase, um die Maikäferdame aufzuspüren.

Vorkommen und Lebensweise: kurzes Leben oberhalb der Erde

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Maikäfer als Engerlinge im Verborgenen. Als Engerlinge werden die Maikäfer-Larven bezeichnet. Aus der Erde graben sie sich alle drei bis vier Jahre als Käfer. Ihr Ziel? Fressen, paaren und vermehren. Die Hauptflugzeit der Tiere war immer Mai. Daher kommt auch ihr Name. Doch als eine Folge des Klimawandels hat sich ihre Haupt-Flugzeit mittlerweile auf Mitte bis Ende April verschoben. Dann fliegen sie Laubbäume an und fressen sie fast kahl. Was kein Problem ist. Denn die meisten kahl gefressenen Bäume erholen sich wieder. Im Juni bilden die Bäume neue Blätter. Die Weibchen benötigen die Blätter, um etwa 100 Eier zu produzieren und mit etwas Kot in der Erde abzulegen. Und dann war`s das schon mit dem kurzen Käferleben: Die Männchen sterben kurz nach der Begattung, die Weibchen nach der Eiablage.

Problematischer sind für die Bäume die Larven im Boden. Ganz am Anfang ernähren diese sich noch vom Kot, den die Muttertiere mit den Eiern abgelegt haben. Während ihres ersten Lebensjahres fressen sie die Wurzeln von Gräsern ab. Doch danach machen sie sich über die Wurzeln junger Bäume her, die es dann schwer haben, zu überleben.

Gefährdung

Alle 30 Jahre kommt es zu Maikäfer-Plagen. Ein Rhythmus, der wohl im Zusammenhang mit Krankheiten und Parasiten steht, die die Käfer befallen. Im Jahr 1911 wurden auf einer Fläche von 1.800 Hektar 22 Millionen Käfer gesammelt, in Wien 1951 sogar eine Milliarde. Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren wurde der Maikäfer mit Insektiziden großflächig bekämpft und fast ausgerottet. Sein Bestand hat sich erst in den letzten Jahren wieder etwas erholt. Heute versucht man, mit den Sexuallockstoffen der Weibchen die Feldmaikäfer-Männchen in Fallen zu locken.

Naturtipp: Maikäfer beobachten

Maikäfer sind in manchen Jahren häufig und verbreitet. In manchen Jahren sind sie gar nicht unterwegs. Meist fliegen sie abends aus und lassen sich dann beim Fressen beobachten, bevorzugt an Eichen, aber auch an Buche, Ahorn und verschiedenen Obstbäumen.

Unnützes Wissen

  • Früher wurden Maikäfer gerne verzehrt. Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sie geröstet als Maikäfersuppe verspeist oder auch kandiert zum Dessert gereicht. Die Maikäfersuppe soll so ähnlich wie Krebssuppe schmecken.
  • Ein französischer Gerichtsbeschluss aus dem Jahr 1320 befahl den Maikäfern, sich binnen drei Tagen aus einem bestimmten Gebiet zurückzuziehen. Sonst würden sie als vogelfrei gelten und ausgerottet werden. Ob das erfolgreich war, ist nicht überliefert.
  • Reinhard Mey hat den Maikäfern einen musikalischen Nachruf „Es gibt keine Maikäfer mehr” gewidmet.
  • Wilhelm Busch ließ Max und Moritz Maikäfer in Onkel Fritz` Bett legen.

 

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