Torfabbau im Reichermoos

zu sehen ist ein brauner, trockener Moorboden des Reichermooses bei Waldburg in Oberschwaben

Das Reicher Moos bei Waldburg ist Bestandteil des Natura 2000 /FFH-Gebiets 8224-311 („Feuchtgebiete bei Waldburg und Kißlegg“). Im neuen Regionalplan ist der Torfabbau im Reichermoos für Badezwecke bis 2070 vorgesehen - weitere 40 Jahre. Vorher sollte der Torfabbau für Badezwecke ab dem Jahr 2030 eingestellt werden und die Renaturierung bis 2036 abgeschlossen sein.

Der Verein "ProNatur Vogt Waldburg", die Bürgerinitiative "Rettet das Reichermoos" und der BUND fordern die Beendigung des Torfabbaus und einen raschen Beginn der Planungen, um die  Renaturierung bis 2036 abzuschließen zu können.

Bei einem Familientag im Reichermoos hielt Manfred Walser vom BUND Vorstand einen Redebeitrag, indem er die Wiedervernässnung des Reichermoos fordert. Hier geht es zum Redebeitrag.

Die Scientists for Future Ravensburg haben im Frühjahr 2024 eine Stellungnahme zum Torfabbau im Reichermoos veröffentlicht. Darin werden auch Alternativen zum Einsatz des Torfs im Bäderbetrieb in Oberschwaben diskutiert.

Hier geht es zur Stellungnahme

 

Moor muss nass!

Eine der wichtigsten Natur- und Klimaschutzmaßnahmen in unserer Region ist die Wiedervernässung von Mooren. Ein großer Teil unserer oberschwäbischen Moore ist nämlich entwässert und wird intensiv land- und forstwirtschaftlich genutzt. Hier werden in etwa genauso viele Klimagase freigesetzt, wie von allen Autos im Landkreis! Der BUND hat sich deshalb vorgenommen, in den nächsten Jahren beim Moorschutz einen Schwerpunkt zu setzen. Das ist nämlich nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für die Artenvielfalt und den Wasserschutz. In einer Arbeitsgruppe namens „Moorclub“ bereiten wir unsere Projekte vor.

 

Dank einer großzügigen finanziellen Unterstützung der Technischen Werke Schussental konnten wir 2011 mit unserem ersten Projekt, der Vernässung eines Moores bei Fronhofen, beginnen. Dazu waren umfangreiche Voruntersuchungen, Planungen und Gespräche mit Gemeinde, Planern, Baufirma, Fachleuten, Grundstückseigentümern und Nachbarn, ein Genehmigungsverfahren und die Ausschreibung der Bauarbeiten erforderlich, was ein ganzes Jahr in Anspruch genommen hat. Landwirte mussten davon überzeugt werden, dass ihre angrenzenden Grundstücke durch die Vernässung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden und Bestandsaufnahmen und Gutachten zur Beweisführung angefertigt werden müssen. Dabei hat uns die Gemeinde Fronreute sehr geholfen, da sie unser Projekt durch die Renaturierung eines Bachlaufes unterstützt und Moorvernässung und Bachrenaturierung in einem Genehmigungsverfahren behandelt werden konnten. Zum Jahresende hat das Landratsamt die Pläne dann genehmigt und durch Auflagen sichergestellt, dass Landwirte keine Nachteile haben. Im Frühjahr 2012 waren die Bagger dran und haben für eine deutliche Verbesserung der Klimabilanz und der Artenvielfalt im Bettenreuter Moor gesorgt.

 

Um solche Maßnahmen auch künftig finanzieren zu können, haben BUND und Technische Werke Schussental ein klimaneutrales Erdgas auf den Markt gebracht: twsKlimagasPlus. Die beiden Partner sorgen dafür, dass der CO2-Ausstoß, der bei der Erdgas-Verbrennung entsteht, vollständig neutralisiert wird: regional durch die Wiedervernässung oberschwäbischer Moore, global über Emissionszertifikate aus dem ägyptischen Bio-Landwirtschaftsprojekt SEKEM sowie durch den CO2-neutralen Biogasanteil von fünf Prozent. Das bestätigt der TÜV Nord mit seinem Prüfsiegel. Privat- und Firmenkunden, die auf dieses tws-KlimagasPlus umsteigen, können damit ab sofort klimaneutral heizen und oberschwäbische Moore schützen.

 

Infos zum twsKlimagasPlus

Ansprechpartner

Ulfried Miller

BUND Regionalgeschäftsführer, Geschäftsführer Ortsgruppe / Mail: bund.ravensburg(at)bund.net
Leonhardstr. 1 88212 Ravensburg Tel.: 0751 21451 Fax: 0751 21483