Ortsgruppe Ravensburg-Weingarten

Stellungnahmen zu Planungen

Stellungnahmen

Der BUND ist als anerkannter Naturschutzverband an vielen Planungen beteiligt: beim Bau von Straßen, der Ausweisung von Baugebieten, Flächennutzungsplänen, bei der Ausweisung von Schutzgebieten.

Bei größeren Planungen werden wir von den Genehmigungsbehörden um Stellungnahmen gebeten. Manchmal melden wir uns aber auch zu Wort, ohne dass wir gefragt werden. Wir zeigen in unseren Gutachten auf, welche Auswirkungen die Pläne auf Natur und Umwelt haben. Meist machen wir auch Vorschläge, wie Eingriffe in den Naturhaushalt verringert oder ausgeglichen werden können. Einige Vorhaben lehnen wir aber auch ab, weil sie nach unserer Einschätzung mit einer nachhaltigen Regionalentwicklung oder unserem Naturschutzgesetz nicht vereinbar sind.

Meist äußern wir uns gemeinsam mit dem NABU und dem Landesnaturschutzverband. In der Regel sind sich die privaten Naturschutzverbände nämlich einig, was die Bewertung der Vorhaben betrifft.

Wir haben einige unserer aktuellen Stellungnahmen auf dieser Seite eingestellt:


 

Stellungnahmen zum Regionalplan Bodensee-Oberschwaben

Anlässlich der Fortschreibung des Regionalplans Bodensee-Oberschwaben haben BUND und NABU eine Stellungnahme zu den Planungen des Regionalverbandes veröffentlicht.

Leider lässt der Entwurf des Regionalplanes keine Trendwende in Sachen Flächen- und Ressourcenverbrauch erkennen. Die Landesregierung hat bereits 2006 langfristig das Netto - Null Ziel für den Flächenverbrauch in Baden-Württemberg formuliert. Die geplante Fortschreibung trägt nach Meinung der Naturschutzverbände nicht dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. Angesichts dessen fordern die Umweltverbände eine Reduktion der geplanten Flächen für Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Rohstoffabbau von ursprünglich 3.100 ha auf 1.500 ha. Die Stellungnahme liefert konstruktive Vorschläge, wie der Flächenverbrauch im Raum Bodensee-Oberschwaben deutlich minimiert werden kann.

Hier finden Sie den Info-Flyer zum Lesen und zum Ausdrucken sowie das Plakat zur Info-Kampagne des BUND-Regionalverbandes zusammen mit vielen weiteren unterstützenden Organisationen (NABU, Fridays4F, Parents4F, Aktionsbündnis Grünzug Salem, Initiative Lebenswertes Schussental, Interessengemeinschaft Pro Mittelberg, AK Zukunft Bad Saulgau, Wir und Jetzt, Ravensburger Initiative gegen den 1000Kühe-Stall Ostrach, Die freien Bäcker, Fairwandel Sigmaringen, Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, BODEG, Demeter, Bioland Sigmaringen-Bodensee) siehe Info-Flyer..


 

Stellungnahme von S4F zum Entwurf des Regionalplans Bodensee-Oberschwaben

Die Scientists for Future Ravensburg haben eine "kritische Würdigung" des Entwurfs für den Regionalplan Bodensee-Oberschwaben ausgearbeitet, denn bis zum Jahr 2030 muss der Flächenverbrauch in Deutschland auf höchstens 30 Hektar pro Tag reduziert werden (2015 wurde beim Klimagipfel in Paris von fast allen Regierungen der Welt ein Limit von maximal 1,5 Grad Erderwärmung beschlossen).

Der neue Regionalplan muss diese von der Bundesregierung beschlossenen Ziele zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen für die Landkreise Ravensburg, Sigmaringen und den Bodenseekreis umsetzen, damit Nachhaltigkeit und Klimaschutz keine Lippenbekenntnisse bleiben. Konkret bedeutet das, dass wir unseren zusätzlichen Flächenverbrauch bis 2035 auf maximal 1.250 Hektar für Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Kiesabbau begrenzen. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten der Scientists For Future Ravensburg. Der aktuelle Entwurf des Regionalplans sieht hierfür noch über 2.500 Hektar (ohne Kiesabbau) vor - deutlich zu viel! Allein im Boden sind auf diesen 2.500 Hektar bei vorsichtiger Schätzung 500.000 Tonnen COgebunden. Diese Summe entspricht nach Berechnungen der hiesigen Scientists4Future etwa einem Zehntel des CO2-Gesamtverbrauchs eines Jahres in der gesamten Region. Gleichzeitig gehen CO2-Senken und Speicher wie Wälder, Wiesen und Felder verloren.

Die gesamte Stellungnahme hier zum Download.


 

Stellungnahme zum Flusspark an der Schussen

Die Schussen ist in Ravensburg teilweise in einem sehr strukturarmen Zustand. Ufer sind verbaut, Dämme aufgeschüttet, begleitende Gehölze entfernt. Das trifft auch für den Abschnitt zwischen Meersburger Straße und dem Deisenfang zu. Schade – weil sich die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt in den letzten Jahren deutlich gebessert hat und der Wasserkörper sogar den Status eines europäischen Schutzgebietes hat (FFH-Lebensraum).

Wir begrüßen es, dass die Stadt hier nun aktiv wird, und die Ufer und die Flussaue naturnah umgestalten möchte. Damit der Schussenstrand nicht nur attraktiv wird, sondern das Gewässer ökologisch optimal aufgewertet wird (soweit das im Siedlungsbereich möglich ist) haben BUND und Fischereiverband Kriterien formuliert, die der Umgestaltung zugrunde gelegt werden sollten. Anbei unsere gemeinsame Stellungnahme.
 


 

Stellungnahme zum Schulbauprogramm des Landkreises Ravensburg

Für das Sanierungs- und Bauprogramm der kreiseigenen Gebäude (Edith-Stein Schule, Humpisschule, Berufsschule, Landratsamt /ehem. Telekom Gebäude) wir ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben. Der BUND Ravensburg möchte schon zu diesem frühen Zeitpunkt Stellung beziehen zu den geplanten Vorhaben.


 

Aufsuchungserlaubnis für Kohlenwasserstofffelder in Oberschwaben

Die Naturschutzverbände haben einer Erkundung im August 2015 mit Auflagen zugestimmt. Wichtigste Forderungen: Fracking muss ausgeschlossen werden. Auf Sprengseismik sollte zum Schutz des Wassers möglichst verzichtet werden.

Stellungnahme der Naturschutzverbände vom 25. August 2015


 

Stellungnahme zum Bebauungsplan Erweiterung Gänsbühl-Center/Überbauung des Varaždiner Gartens

Die mit der Erweiterung des Gänsbühl-Centers beabsichtigte Überbauung des Varazdiner Gartens würde der BUND außerordentlich bedauern:

Der Varazdiner Garten ist eine der wenigen Grün-Oasen in der Innenstadt und sollte als solche erhalten werden. Ein "Hochpark" auf einer Dachterrasse, wie vorgeschlagen, wäre weder aus ökologischer Sicht noch hinsichtlich der Aufenthaltsqualität ein Ersatz: Dort ließen sich keine Bäume oder Sträucher anpflanzen und nach allen Erfahrungen wird eine Parkanlage kaum angenommen, zu der man erst hinaufsteigen" muss (sei es auch mit einem Aufzug).

Die Stadtmauer am Varazdiner Garten bietet eine gute Abschirmung gegen den Verkehrslärm auf der Leonhardstraße. Dieser Lärmschutz ginge verloren, wenn der Garten als Hochpark auf oder über die Höhe der Stadtmauer angehoben würde - eine weitere Verschlechterung der Aufenthaltsqualität! Die Versuche, den Varazdiner Garten schlechtzureden ("Hundeklo"), können wir nicht nachvollziehen. Da wir mit unserem Naturschutzzentrum in unmittelbarer Nachbarschaft des Varazdiner Gartens sind, haben wir einen guten Einblick und einen positiven Eindruck von dieser kleinen Grün-Oase.

Wir schlagen daher vor, für die Erweiterung des Gänsbühl-Centers andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, zum Beispiel im Norden des Gebäudes oder über der Einfahrt zum Parkhaus.

Stellungnahme vom 2. Juni 2014 zum Bebauungsplan Erweiterung des Gänsbühl-Centers 


 

BUND Ravensburg: Energiewende ohne Windkraft geht nicht

Der BUND Ravensburg begrüßt den Ausbau der Windenergie. Auch in unserer Region müssen mehrere Windparks errichtet werden, um die Energie-Wende weg von atomaren und fossilen Energieträgern zu unterstützen. Allerdings sind beim Umbau der Energieversorgung auch Fragen der Artenvielfalt zu beachten.

Bei der Windenergie gilt es in unserer Region, ein besonderes Augenmerk auf die Auswirkungen von Bau und Betrieb der Anlagen auf Schwarzstörche, Waldschnepfe, Zugvögel und Fledermäuse zu richten. So sehen es auch die neue Landesregierung und die regionalen Fachbehörden. Windkraftwerke stellen zwar Eingriffe in den Naturhaushalt dar, aber es sind im Gegensatz zur derzeitigen Entwicklung beim Energiepflanzenanbau auf Ackerflächen eher punktuelle Eingriffe, die vergleichsweise viel Strom liefern. Während aktuell etwa ein Prozent der Regionalfläche als potenzielle Standorte für Windenergienutzung gelten, beansprucht der Energiepflanzen-Anbau bereits heute mehr als fünf Prozent der regionalen Ackerflächen! Windenergie gehört zu den preiswerten erneuerbaren Energien und macht die Energiewende bezahlbar. Sie ist deshalb im Energie-Mix unverzichtbar. Auch beim Ausbau der Bioenergie und bei der Wasserkraftnutzung gibt es Konflikte mit dem Naturschutz! Auch aus diesem Grund benötigen wir einen Energiemix, denn eine Energieform alleine reicht nicht aus.

Aufgabe der Windenergieplaner wird nun sein, dass die unvermeidbaren Eingriffe in die Natur im Zuge der konkreten Planungen ermittelt, möglichst gering gehalten und angemessen ausgeglichen werden. Dazu hat das Land soeben den Windenergie-Erlass verabschiedet. Er liefert die fachlichen Grundlagen für die Identifikation geeigneter Standorte. Der BUND hält es für richtig und begrüßt es, dass die Natur- und Vogelschutz-Gebiete, Bann- und Schonwälder grundsätzlich für Windenergie ausgeschlossen wurden und vom Land  Mindeststandards für die Umweltprüfungen festgelegt wurden. Der BUND hält den Ausbau der Windenergie an mehreren Standorten in der Region Bodensee-Oberschwaben für möglich – im Kreis Ravensburg zum Beispiel auf der Atzenberger Höhe zwischen Aulendorf und Bad Saulgau, nördlich von Bad Wurzach an der Kreisgrenze und im Raum Horgenzell. Wir empfehlen, regionale Ausgleichsflächen für Windparks festzulegen. Hier können zum Beispiel Wälder für Fledermäuse und Rotmilane ökologisch aufgewertet werden. Geeignet als regionale Ausgleichsflächen sind im Kreis Ravensburg auch Moore, die im Rahmen des Natur- und Klimaschutzes wiedervernässt werden.

Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir unseren Energieverbrauch halbieren. Deshalb wird der BUND Baden- Württemberg in seinem Fahrplan zur Energiewende die Energieeffizienz in den Vordergrund stellen. Energie, die nicht verbraucht wird, muss weder erzeugt noch geleitet und auch nicht gespeichert werden.

Stellungnahme der Naturschutzverbände vom 10. Oktober 2012  


 

Flächenverbrauch

Der Flächenverbrauch durch neue Bau- und Gewerbegebiete im Kreis Ravensburg nimmt derzeit zu. Der BUND erinnert in diesem Zusammenhang an die Forderung des Nachhaltigkeitsrates der Bundesregierung: bis 2020 muss der jährliche Zuwachs an der Neuversiegelung von Böden um 70% reduziert werden. Statt ein neues Gewerbegebiet "Erlen" in bislang unverbauter Landschaft zu planen, fordert der BUND die Stadt Ravensburg auf, ihre Möglichkeiten zur Innenentwicklung besser zu nutzen, bestehende Gewerbegebiete zu erweitern und die interkommunale Zusammenarbeit mit den anderen Schussentalgemeinden zu pflegen.

BUND zum Flächenverbrauch und zum Gewerbegebiet "Erlen" in Ravensburg 9.1.2009  


 

Planung Centerparcs in Leutkrich

In Leutkirch plant "Centerparcs" ein Feriendorf im Urlauer Wald. Der BUND ist am Planverfahren beteiligt. Aus ökologischer Sicht ist ein Ferienpark im Areal des ehemaligen MUNA-Munitionsdepot Urlau sicher verträglicher als das ursprünglich geplante Großsägewerk. Trotzdem sind mit dem Projekt "Centerparcs" erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft verbunden. Unsere Bewertung hängt deshalb vom Energie- und Verkehrskonzept, von der Bilanzierung von Eingriff und Ausgleich und den daraus festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen ab. In den bisherigen Plänen ist das alles unzureichend abgearbeitet. Die Naturschutzverbände haben deshalb folgende gemeinsame Stellungnahme abgegeben:

Stellungnahme vom

Stellungnahme vom 8.10.2012 zum Bebauungsplan Ferienpark Allgäu

 


 

Ansprechpartner für Stellungnahmen

Ulfried Miller

BUND Regionalgeschäftsführer, Geschäftsführer Ortsgruppe / Mail: bund.ravensburg(at)bund.net
Leonhardstr. 1 88212 Ravensburg Tel.: 0751 21451 Fax: 0751 21483