Ortsgruppe Ravensburg-Weingarten

Schulbauprogramm des Landkreises in Ravensburg - BUND und NABU fordern ein Leuchtturmprojekt für Klimaschutz und Biodiversität

28. September 2020

Schon frühzeitig bringen BUND und NABU ihre Expertise in die Planungen ein, um die Themen Ökologie und Klimaschutz im Kriterienkatalog für den städtebaulichen Wettbewerb zu verankern.

Ausschnitt aus >Plan „Überlagerung Bauvorhaben gesamt – Bestand und Planung“<

Ravensburg, 28. September 2020.  Das Sanierungs- und Bauprogramm der kreiseigenen Schulgebäude (Edith-Stein-Schule, Humpisschule, Berufsschule) und des Landratsamtes in Ravensburg wird sowohl vom Investitionsvolumen als auch von der Bedeutung das größte Landkreis-Bauprojekt der kommenden zwei Jahrzehnte sein. Deshalb fordern die Naturschutzverbände, es als Leuchtturmprojekt für Klimaschutz und Biodiversität zu verwirklichen. Nur so kann das geplante Vorhaben zukunftsweisend und innovativ den ökologischen Herausforderungen begegnen.

Schon frühzeitig bringen BUND und NABU ihre Expertise in die Planungen ein, um die Themen Ökologie und Klimaschutz im Kriterienkatalog für den städtebaulichen Wettbewerb zu verankern. Sie haben sich deshalb an die Fraktionen im Kreistag, Landrat Sievers und die Oberbürgermeister von Ravensburg und Weingarten gewandt.  „Wir wissen, dass wir uns zu einem frühen Zeitpunkt zu Wort melden, aber unsere Erfahrung ist, dass die Ergebnisse eines Wettbewerbs den Bebauungsplan maßgeblich beeinflussen. Einwände aus späteren Stellungnahmen finden kaum noch Beachtung.“, so Ulfried Miller, Geschäftsführer des BUND in Ravensburg.

Die Kriterien, die die Naturschützer für die Bewertung der Planungsvorschläge vorschlagen, orientieren sich an den Zielen, die der Landkreis Ravensburg im Energie- und Klimaschutzkonzept von 2015 formuliert und in seiner Biodiversitätsstrategie verankert hat.

Zusammengefasst fordern BUND und NABU, die geplanten Eingriffe in Grünflächen so gering wie möglich zu halten und sich bei diesem Vorhaben der besonderen ökologischen Bedeutung dieses Gebietes bewusst zu sein. Energieeffizientes und ressourcenschonendes Bauen sollten großes Gewicht bei der Bewertung der eingereichten Bewerbungen haben.

Bei den Planungen müssen nach Ansicht der Naturschutzverbände folgende Kriterien im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit den natürlichen Ressourcen Beachtung finden.

Für Willi Mayer, Vorsitzender des NABU Ravensburg, ist wichtig, dass möglichst viele zusammenhängende und ökologisch hochwertige Flächen erhalten werden. „Das zu überplanende Gebiet liegt in einer Ost-West-Achse im Mittleren Schussental, das als „grüner Korridor“ die Biotope am Stadtrand vernetzt. Es ist der einzige Bereich, der das zusammenhängende Siedlungsband zwischen Ravensburg und Weingarten mit Grünstrukturen unterbricht. Darin finden sich wichtige Trittsteinbiotope, wie artenreiche Streuobstwiesen und Feldgehölze. Ein Verlust dieser Trittsteine und des Korridors kann an anderer Stelle nicht kompensiert werden."

„Die vorgesehene Fläche spielt eine maßgebliche Rolle für die Kaltluftentstehung und die Ausbildung eines angenehmen Stadtklimas. Diese Tatsache muss bei der Größe und Anordnung der Gebäude Beachtung finden“, betont Hubert Kapler vom NABU in Weingarten.

Um dem Klimaschutz Rechnung zu tragen, möchte Ulfried Miller vom BUND einen möglichst geringen Grad der Neu-Versiegelung erreichen. Es will, dass deshalb Planungsvorschläge ausgezeichnet werden, die Konzepte für flächensparendes Bauen durch Mehrfachnutzung und Synergieeffekte zwischen den Schulen und dem Landratsamt ermöglichen. Hoch bewertet werden sollten außerdem Planungen, die den nicht motorisierten Verkehr und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel fördern.

Wenn diese Kriterien in den anstehenden Wettbewerb zur Gestaltung dieses Gebietes einfließen und hoch gewichtet werden, kann nach Ansicht der Naturschützer ein Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen im Landkreis entwickelt werden. Sie bieten Politik und Verwaltung Ihre Unterstützung an und haben ihre ausführliche Stellungnahme auf unserer Homepage eingestellt.

Kontakt für Rückfragen:

BUND Ravensburg-Weingarten, Ulfried Miller, Telefon: 0751/21451, Mail: ulfried.miller(at)bund.net

NABU Ravensburg, Willi Mayer, Telefon: 07542/9793080, Mail: Willi_Mayer(at)gmx.net

NABU Weingarten, Hubert Kapler, Telefon: 0751/95865403,  Mail: hubertkapler(at)freenet.de

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