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BUND Ravensburg: Energiewende ohne Windkraft geht nicht
Der BUND Ravensburg begrüßt den Ausbau der Windenergie. Auch in unserer Region müssen mehrere Windparks errichtet werden, um die Energie-Wende weg von atomaren und fossilen Energieträgern zu unterstützen. Allerdings sind beim Umbau der Energieversorgung auch Fragen der Artenvielfalt zu beachten.
Bei der Windenergie gilt es in unserer Region, ein besonderes Augenmerk auf die Auswirkungen von Bau und Betrieb der Anlagen auf Schwarzstörche, Waldschnepfe, Zugvögel und Fledermäuse zu richten. So sehen es auch die neue Landesregierung und die regionalen Fachbehörden. Windkraftwerke stellen zwar Eingriffe in den Naturhaushalt dar, aber es sind im Gegensatz zur derzeitigen Entwicklung beim Energiepflanzenanbau auf Ackerflächen eher punktuelle Eingriffe, die vergleichsweise viel Strom liefern. Während aktuell etwa ein Prozent der Regionalfläche als potenzielle Standorte für Windenergienutzung gelten, beansprucht der Energiepflanzen-Anbau bereits heute mehr als fünf Prozent der regionalen Ackerflächen! Windenergie gehört zu den preiswerten erneuerbaren Energien und macht die Energiewende bezahlbar. Sie ist deshalb im Energie-Mix unverzichtbar. Auch beim Ausbau der Bioenergie und bei der Wasserkraftnutzung gibt es Konflikte mit dem Naturschutz! Auch aus diesem Grund benötigen wir einen Energiemix, denn eine Energieform alleine reicht nicht aus.
Aufgabe der Windenergieplaner wird nun sein, dass die unvermeidbaren Eingriffe in die Natur im Zuge der konkreten Planungen ermittelt, möglichst gering gehalten und angemessen ausgeglichen werden. Dazu hat das Land soeben den Windenergie-Erlass verabschiedet. Er liefert die fachlichen Grundlagen für die Identifikation geeigneter Standorte. Der BUND hält es für richtig und begrüßt es, dass die Natur- und Vogelschutz-Gebiete, Bann- und Schonwälder grundsätzlich für Windenergie ausgeschlossen wurden und vom Land Mindeststandards für die Umweltprüfungen festgelegt wurden. Der BUND hält den Ausbau der Windenergie an mehreren Standorten in der Region Bodensee-Oberschwaben für möglich – im Kreis Ravensburg zum Beispiel auf der Atzenberger Höhe zwischen Aulendorf und Bad Saulgau, nördlich von Bad Wurzach an der Kreisgrenze und im Raum Horgenzell. Wir empfehlen, regionale Ausgleichsflächen für Windparks festzulegen. Hier können zum Beispiel Wälder für Fledermäuse und Rotmilane ökologisch aufgewertet werden. Geeignet als regionale Ausgleichsflächen sind im Kreis Ravensburg auch Moore, die im Rahmen des Natur- und Klimaschutzes wiedervernässt werden.
Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir unseren Energieverbrauch halbieren. Deshalb wird der BUND Baden- Württemberg in seinem Fahrplan zur Energiewende die Energieeffizienz in den Vordergrund stellen. Energie, die nicht verbraucht wird, muss weder erzeugt noch geleitet und auch nicht gespeichert werden.
BUND-Stellungnahme vom 16. Mai 2012
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Der Flächenverbrauch durch neue Bau- und Gewerbegebiete im Kreis Ravensburg nimmt derzeit zu. Der BUND erinnert in diesem Zusammenhang an die Forderung des Nachhaltigkeitsrates der Bundesrgeierung: bis 2020 muß der jährliche Zuwachs an der Neuversiegelung von Böden um 70% reduziert werden. Statt ein neues Gewerbegebiet "Erlen" in bislang unverbauter Landschaft zu planen, fordert der BUND die Stadt Ravensburg auf, ihre Möglichkeiten zur Innenentwicklung besser zu nutzen, bestehende Gewerbegebiete zu erweitern und die interkommunale Zusammenarbeit mit den anderen Schussentalgemeinden zu pflegen.
BUND zum Flächenverbrauch und zum Gewerbegebiet "Erlen" in Ravensburg 9.1.2009
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In Leutkirch plant "Centerparcs" ein Feriendorf im Urlauer Wald. Der BUND ist am Planverfahren beteiligt. Aus ökologischer Sicht ist ein Ferienpark im Areal des ehemaligen MUNA-Munitionsdepot Urlau sicher verträglicher als das ursprünglich geplante Großsägewerk. Trotzdem sind mit dem Projekt "Centerparcs" erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft verbunden. Unsere Bewertung wird deshalb vom Energie- und Verkehrskonzept, von der Bilanzierung von Eingriff und Ausgleich und den daraus festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen abhängig sein. In den bisherigen Plänen ist das alles unzureichend abgearbeitet. Die Naturschutzverbände haben deshalb folgende gemeinsame Stellungnahme abgegeben:
Stellungnahme vom 22.2.2010 zum Raumordnungsverfahren
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Im Wurzacher Becken sollte vor wenigen Jahren noch ein Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden. Nun möchten die Gemeinden Bad Wurzach, Bad Waldsee, Wolfegg und Bergatreute dort in Zwings ein Industrie- und Gewerbegebiet entwickeln. Die Naturschutzverbände im Kreis Ravensburg lehnen dieses Vorhaben kategorisch ab. Im nur wenige Kilometer entfernten Baienfurt warten nach der Schließung der Papierfabrik fast 40 Hektar Industriebrache mit deutlich besserer Verkehrsanbindung auf eine sinnvolle Folge-Nutzung.
Pressemitteilung BUND Ba-Wü vom 11. 05.2009
Stellungnahme der Naturschutzverbände vom 29.12.2008
Stellungnahme der Bürgerinitiative Wurzacher Becken
Im Juni 2009 hat das Ravensbruger Landratsamt nun ein OGI zwischen Wurzacher Ried und Rohrsee abgelehnt. Der BUND hat die Kreisbehörde mit folgender Pressemitteilung gelobt:
Der BUND begrüßt die Ablehnung des OGI-Standorts im Wurzacher Becken durch das Landratsamt. Damit hat die Kreisbehörde klargemacht, daß ein aus Naturschutzsicht so senibler Standort, nicht einfach in einen Industrie- und Gewerbepark umgewandelt werden kann. Immerhin war dort noch vor wenigen Jahren ein Landschaftsschutzgebiet vorgesehen. Außerdem hat das Landratsamt klar gemacht, daß nicht die Seitentzahl von Fachgutachten sondern der Inhalt entscheidend ist. Obwohl dies bereits im Anhörungsverfahren von den Naturschutzverbänden moniert wurde, sind verschiedenste Aspekte der Umweltbelange von den Gutachtern nicht oder unzureichend beantwortet worden.
Nun gilt es nach vorne zu blicken. Die im Zweckverband "OGI" beteiligten Allgäu-Gemeinden sollten sich mit den Schussentalgemeinden Baienfurt und Baindt zusammenschliessen und auf dem Papierfabrik-Areal in Baienfurt ein gemeinsames "OGI" realisieren. Hier könnten sich lokale Politiker, Industrie- und Handelskammer und Investoren als Moderatoren und Motoren engagieren und eine Wirtschaftsförderung betreiben, die gleichzeitig die Umwelt schützt und durch die Schließung der Papierfabrik verloren gegangene Arbeitsplätze schafft. Wir haben nun die Chance für ein Vorzeigeprojekt einer nachhaltigen Regionalentwicklung.
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